Wilhelm Pieck Oberschule
Klassenzimmer
Klassenzimmer 3
Vor 50 Jahren lebten in der Siedlung und im Dorf etwa 2500 Einwohner. 1940 errichtete man am Eingang zur Siedlung eine Baracke, in der von nun an fast 300 Kinder unterrichtet wurden.

Aus heutiger Sicht ein kaum vorstellbarer Zustand. Auf engstem Raum und mit einfachsten, eigentlich sogar primitiven Mitteln, begann man die Kinder des Ortes zu unterrichten. Klassen mit mehr als 40 Schülern waren keine Seltenheit.

Im Laufe der Jahre wurde die alte Schulbaracke um zwei behelfsmäßige Teilgebäude erweitert. Auch diese Variante löste nicht die Platzprobleme.

Nach langwierigen Vorverhandlungen fasste 1958 der Rat der Stadt Weimar den Beschluss, 1960 mit dem Schulneubau in Schöndorf zu beginnen. Jedoch knüpfte man daran eine Bedingung: 25% der Bausumme sollten von der Schöndorfer Bevölkerung selbst erbracht werden.
Ca. 200 Eichen mit gewaltigen Wurzeln mussten entfernt werden; in mühsamer Schwerstarbeit wurde 875 Kubikmeter lehmiges und felsiges Erdreich bewegt. 
Nicht immer ging alles glatt.
So mussten auch Rückschläge eingesteckt werden. 

Ein regnerischer Sommer und der schwere Boden behinderten oft ein zügiges Vorankommen.
Den kuriosesten finanziellen Beitrag für den Schulneubau aber leisteten Kindergartenkinder und Hortkinder, die in der LPG ´´Frischauf`` ein Schwein mästeten, dessen Erlös mit 605 DM zu Buche schlug.
Am 1. Juni 1960 fand unter großer Anteilnahme der Bevölkerung die Grundsteinlegung statt, 7 Monate später feierte man Richtfest.
Am 6. Oktober 1961, also vor 50 Jahren, einem Monat und 4 Tagen ging dann endlich ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung und eine zehnklassige polytechnische Oberschule mit 10 Klassenräumen, 3 Fachunterrichtsräumen und einer Turnhalle wurde ihrer Bestimmung übergeben und erhielt den Namen ´´Wilhelm Pieck``.

50 Jahre Schulgeschichte sind eine lange Zeit. Was hat diese Schule nicht alles erlebt!
Aus einer kleinen zehnklassigen Oberschule wurde in den 80er Jahren eine sehr große Schule.
Klassenzimmer 2
Dies bedeutete die hohe  Summe von 250.000 DM. In Betrieben, in Vereinen sowie im Wohnbezirk fand man Unterstützung. Doch einen Großteil der geforderten Leistung erbrachten die Bewohner des Ortes selbst. Die Art und Weise mag uns heute kurios und unwirklich erscheinen. So stellte der Rentner August Klemme seine erste Rente in Höhe von 174 DM zur Verfügung.

Otto Köhler, ebenfalls Rentner, steuerte einen Betrag von 300 DM bei. Kinder sammelten Altstoffe und Eicheln und machten diese zu Geld.
Es gab Frauen wie Elly Langer, die regelmäßig mit ihrer Spendenbüchse von Haus zu Haus zogen und Geld sammelten. Manch einer versorgte mit selbstgekochtem Essen die Arbeiter auf dem Schulgelände.
In langfristig organisierter Gemeinschaftsarbeit bereitete man die Bauphase vor.
Ein Schulanbau wurde notwendig, um alle Kinder der hinzugezogenen Familien der ´´Waldstadt`` aufzunehmen. Die ehemals kleine Schule am Waldrand stand quasi über Nacht mitten im Ort, als Bindeglied zwischen Siedlung und Neubaugebiet. Aus der einzügigen wurde eine teilweise fünfzügige Schule, in deren Spitzenzeiten 420 Kinder die Schulbank drückten.
In den Jahren 1987 bis 1989 erweiterte man das Gebäude um einen Anbau, der ab 2011 saniert wurde und in den Ende 2012 die ortsansässige Regelschule einzog.
Unsere Schule schreibt Geschichte